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Messerschmitt-Project

Original Messerschmitt Me 262 rear fuselage skin parts were used after the war as roof sheeting for the home of a former Messerschmitt department manager. At Eschenlohe (Bavaria), has been in 1944/45 a secret production site in a street tunnel, where parts for two Messerschmitt aircraft types (Me 109 and Me 262) were made. In 2013 when a barrack from 1946 was knocked down, these aluminum sheets appeared on the market, where we found them and decided to make a couple of stools from that by now unique material.

Bei unserer Suche nach Rohmaterial für den "Aviation stool" sind wir auf einen Altbestand von Flugzeugblechen aus einem ehemaligen Messerschmittwerk gestoßen. Diese Bleche befanden sich jahrzehntelang als Dachbedeckung auf einer Wohnbaracke, die um 1946 im Ort Eschenlohe (südlich von München) aufgebaut und erst 2013 abgerissen wurde.

Der ehemalige Besitzer dieser Baracke war Abteilungsleiter in der von Regensburg u.a. nach Eschenlohe ausgelagerten Produktion von Flugzeugteilen für die Me 109 und die Me 262. Dort, in einem Straßentunnel, wurden 1944/45 u.a. die Rumpfbleche beider Modelle zugeschnitten und teilweise auch gepresst.

Nach Kriegsende benutzte man dann diese schon in Form geschnittenen Bleche als Bedeckung für eine Baracke, in der damals zwei Familien lebten. Hierfür wurden die heute noch ca. 166 cm langen und ca. 54 cm breiten Bleche vom Dachdecker an beiden Enden abgelängt, diese Enden jeweils 3 cm aufgekantet und dann überlappend verlegt.

Fast 70 Jahre hat dieses Dach gehalten und war bei seiner Demontage immer noch in gutem Zustand. Der Grund hierfür wird klar, wenn man die an einigen Blechen noch schwach erkennbare Materialspezifikation sieht. Dort, wo sich die Bleche überlappten, findet sich vereinzelt noch der Aufdruck 3116.5. So wurden beidseitig mit Reinaluminium plattierte Duralbleche gekennzeichnet. Dieses spezielle "Fliegmaterial" war nicht nur als Flugzeugblech besonders stabil, es war durch die Plattierung auch äußerst widerständig gegen Korrosion.

Für uns ist dieses Material in jedem Fall eine willkommene Ergänzung, denn in technischer Hinsicht ist es perfekt für die Hockerherstellung geeignet und seine wechselvolle Geschichte belegt, daß es manchmal doch gelingt aus Schwertern Pflugscharen zu machen.

 

Nachtrag Dezember 2015:

Mittlerweile konnten wir Hilfe mit einer Papierschablone, die exakt die Form unserer Bleche hat, an der originalen Me 262 des Deutschen Museums in München nachweisen, daß unsere Bleche genau für das Heck dieses Flugzeugtyps vorgesehen waren. Eine Gegenprobe an einer Messerschmitt Me 109 erbrachte hingegen keine Übereinstimmung.

Messerschmitt Me 262 "Schwalbe" in der Restaurierungswerkstatt des Deutschen Museums. Hier suchen wir mit einer Papierschablone unserer "Dachplatten" nach der passenden Position. Die Trennfugen am Flugzeug sind auf dem Foto nicht erkennbar, am Flugzeug aber gut sichtbar.

In genau dieser Position sollten unsere Bleche ursprünglich in der Me 262 verbaut werden.

 

 

Heutige Ansicht der ehemaligen Messerschmitt Produktionssstätte im Olympiatunnel bei Eschenlohe.

 

Baracke von 1946 mit Dach aus Flugzeugblechen. Deutlich erkennbar die spezifische "Bananenform" der einzelnen Rumpfbleche der Me 262. Foto während des Abrisses 2013.

 

Detail der Dachbedeckung mit Flugzeugblechen aus der ehemaligen Produktion der Messerschmittwerke.

 

Unser Rohmaterial: Innen mit nachträglich angebrachter Farbschicht und aufgekanteten Schmalseiten. Oben einige Firstbleche der alten Baracke.

 

 

Erste Sichtung und Sortierung nach der Ankunft. Die Bleche haben alle die gleiche Grundform. Trauf- und Firstbleche sind jedoch seitlich beschnitten.

 

Me 262 Rumpfbleche

 

 

 

Mit unserer alten Presse werden die nachträglichen Aufkantungen wieder platt gedrückt. So sind die Bleche bereit für die Wiederverwendung als Hocker.

 

 

Detail der manchmal noch in Resten erhaltenen Materialspezifikation 3116.5 und Firmenzeichen eines Herstellers (AWS = Aluminium Walzwerke Singen)

 

Blick in die Tragfläche der Messerschmitt Me 262 im Deutschen Museum in München. Gut erkennbar die noch original erhaltene, innen auf das Blech gedruckte Materialspezifikation 3116.5.

 

Aktualisierung September 2015:

Mittlerweile haben wir einige der Bleche vom anhaftenden Asphaltlack gereinigt und aus ihnen eine kleine Serie unserer Hocker gebaut. Für die innere Aussteifung verwenden wir die wenigen Teile der Bleche, bei denen die Herstellerbezeichnung noch zu erkennen sind. Das 1,0 mm starke Aluminium ist auch nach der vorsichtigen Reinigung noch partiell verfärbt, d.h. seine Geschichte als Dachhaut immer noch ablesbar.

Markieren und zuschneiden der späteren Hockerteile aus einem Dachblech. Gut erkennbar die Reste des braunen Asphaltlackes und die silbern Bereiche, die angewittert sind. Die ursprüngliche Form des ehemaligen Rumpfbleches für eine Messerschmitt Me 262 ist bei diesem Traufblech nur noch an einer konvexen Längskante ablesbar.

 

Halbfertige Hocker, noch ungereinigt und mit Clecos provisorisch montiert.

 

Innere Aussteifungen unserer Hocker. Gut zu sehen ist das Herstellerzeichen und die Materialspezifikation.

Frontseite eines Anleitungsheftes für einen Baukasten, um 1947, mit erkennbarer Kontinuität beim Firmenlogo. ©baukastensammler.de

 

Der erste fertige Hocker aus diesem geschichtsträchtigen Material. Schon vorbereitet um als Teil eines Messerschmitt-Flugzeuges  (Me 262) verwendet zu werden, stattdessen friedlich für 70 Jahre als Dachbedeckung und nun ein stabiler "Flugzeug-Hocker".

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Copyright (c) 2009 AERO-1946. Alle Rechte vorbehalten.

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